Ein Essay von Elisabeth Raether

Eine Erklärung? Ich meine ja…

Nachdem ich gestern hier mein Entsetzen kundgetan habe, emotional und auch fassungslos, möchte ich gern dieses Essay posten, das ich in der Zeit gefunden habe.

Was macht die Autoritären so stark?
Unsere Arroganz
Jahrelang haben die liberalen Eliten die da unten und ihre Sorgenheimlich verachtet.
Jetzt wählen die Abgehängten die Rassisten, und der Schreck ist groß.
Ein Essay
VON
Elisabeth Raether
|
18. August 2016 – 03:47 Uhr
Nach Monaten des Vorwahlkampfes hat unsere Empörung über
Donald Trump etwas Überflüssiges: Er sagt etwas Unverschämtes, und wir greifen uns erschrocken an die Perlenkette wie feine Damen, wenn bei Tisch einer das Butter- mit dem Tafelmesser verwechselt. Doch das Überraschungsmoment ist vorbei. Und vor allem: Trump kam nicht aus dem Nichts. Es hat Warnsignale gegeben. Wir dachten lange, scharfsinniger Spott und Verachtung reichten aus, um einen wie ihn in die Schranken zu weisen. Nichts hat geholfen: keine Satirenummer, kein tadelnder Leitartikel, keine Häme über Trumps Haare. Tatsächlich glaubten wir ja eine Weile, allein diese Frisur werde alles Schlimmere verhindern. Doch Trump und die anderen Autoritären wurden immer erfolgreicher und selbstbewusster.
Es könnte sein, dass das an uns liegt. Wir haben die Hinweise gar nicht übersehen, wir haben sie ignoriert. Denn sie führen uns, auch uns Europäern, eine unangenehme Wahrheit über uns selbst vor Augen:
Wir sind eine Gesellschaft der Klassen, in der die einen führenund die anderen folgen. Und wenn wir über Trump und seine Melani lachen, dann entlarven wir nicht sie, sondern uns.
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