Frei Sein

ist ein Thema, das immer wieder in den Ausbildungen zur Kreativpädagogin und in den Coachings auftaucht. Gerade Frauen fühlen sich oft eingeengt, fremdbestimmt und auch von alten Glaubensmustern und Erfahrungen in bestimmte Rollen gedrängt. Eigentlich könnte man meinen, die emanzipatorische Bewegung habe uns Frauen, den Weg eröffnet, frei und selbstbestimmt zu leben. Statt dessen sind die Anforderungen gewachsen und die Männer sind auch nicht mehr die Helden auf dem weißen Pferd, die uns retten und auf Händen tragen.
Sie sind nicht mehr stark genug und lassen uns runterfallen :-).
Und dazu kommt noch dieses Frauenbild, das uns trotz gelegentlicher pseudokritischer Artikel mit Titeln wie “ Weg vom Perfektionismus“  „Endlich entspannt leben“ „Ich darf sein wie ich bin“ oder so ähnlich, aus allen Magazinen entgegen hüpft.

Es ist tatsächlich schwierig eine , wie heißt es so schön, „WorkLifeBalance“ zu finden zwischen Muttersein, Berufstätigkeit und liebender Ehefrau, die (nachdem sie gekocht hat und den Haushalt in Schuss gebracht hat) auch noch sexy aussieht wenn sie das selbstgezogene Biogemüse aus dem Garten holt. Das sieht man gelegentlich in den hübschen Frauenzeitungen. Nette oder weniger nette Promifrauen, in schicker Gartenkluft mit frisch gemachten Haaren und perfekt geschminkt. Das Rouge leuchtet und soll wohl das Frischlufterlebnis veranschaulichen.
Nun ja, ich sehe nach der Gartenarbeit ja eher anders aus, verschwitzt, leicht gekrümmt, der Rücken will nicht mehr so und ziemlich dreckig. Mein Mann muss damit leben.
Mir gefällt es so besser, das Rouge würde eh nur verlaufen.  Meine Kinder sind erwachsen, da ist der Mamaanteil schon mal sehr reduziert, mein Mann ist der Koch bei uns und Gemüse gibt’s im Garten nicht mehr, das kaufen wir einfach. Und so gibt es vieles was man tun kann,  wenn man mag aber nicht tun muss, wenn man es nicht mag! Und schon gar nicht weil es jemand von uns erwartet.

Ich mag diese Gedicht!

Warnung
Wenn ich einmal eine alte Frau bin, werde ich Purpur tragen,
mit einem roten Hut, der nicht dazu passt und mir auch nicht gut steht,
und ich werde meine Rente ausgeben für Cognac und Sommerhandschuhe
und für Sandalen aus Satin,
und ich werde sagen „für Butter haben wir kein Geld „.

Wenn ich müde bin, werde ich mich auf den Bürgersteig setzen.
Ich werde die Gratisproben in den Geschäften verschlingen
und auf Alarmknöpfe drücken.
Und ich werde meinen Stock gegen die Parkzäune klappern lassen
und Schluss machen mit der Angepasstheit meiner Jugend.

Ich werde in meinen Hausschuhen in den Regen rausgehen
und die Blumen pflücken, die in den Gärten anderer Leute wachsen.
Und ich werde spucken lernen.

Du kannst die schrecklichsten Blusen tragen und richtig dick werden.
Und drei Pfund Würstchen auf einmal essen,
Oder eine Woche lang nur Brot und saure Gurken.
Und Bleistifte und Kugelschreiber horten,
oder Bierdeckel und Krimskrams in Schachteln.

Aber jetzt müssen wir Kleider tragen, die uns trocken halten,
Und unsere Miete zahlen und keine Schimpfwörter auf der Straße benutzen
Und gute Vorbilder für die Kinder sein.
Wir müssen Freunde zum Essen einladen und die Tageszeitungen lesen.

Aber sollte ich vielleicht nicht jetzt schon ein bisschen üben?
Damit die Leute, die mich kennen, nicht zu schockiert und überrascht sind
Wenn ich plötzlich alt bin und anfange, Purpur zu tragen.

Jenny Joseph/ 1932

Also, wenn wir uns zu etwas zwingen müssen, lassen wir es besser los…..das ist schon mal ein guter Anfang auf dem Weg in die Freiheit…

freeBild gefunden auf Pinterest

Das für heute und
Herzlichst grüßt Anna

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